Isabel Lopez-Kubben | Wenn in der Trauer die Freunde gehen
16672
post-template-default,single,single-post,postid-16672,single-format-standard,cookies-not-set,woocommerce-no-js,ajax_fade,page_not_loaded,,columns-3,qode-theme-ver-13.5,qode-theme-bridge,qode_advanced_footer_responsive_1000,wpb-js-composer js-comp-ver-5.5.5,vc_responsive
 

Wenn in der Trauer die Freunde gehen

Wenn in der Trauer die Freunde gehen

Hast du das auch schon mal erlebt? Du hast einen schweren Verlust erlitten und plötzlich distanzieren sich Freunde und Bekannte von dir, ja oft sogar Familienmitglieder?! Du fühlst dich allein, und bist enttäuscht?

Dies passiert sehr häufig und in den letzten Wochen habe ich mit vielen Menschen gesprochen denen es so erging. Sie verstanden die Welt plötzlich nicht mehr. Keine Anrufe, keine Nachrichten und in einigen Fällen wurden sie auch auf der Straße ignoriert. Das dies zu dem großen Verlust noch eine zusätzliche Belastung ist steht fest. Die Betroffenen sind zutiefst verletzt und auch irritiert durch so manche Verhaltensweisen. Immer wieder werde ich gefragt warum Menschen so reagieren und ich möchte gerne einen für mich wichtigen Punkt zu diesem Thema aufgreifen.

Sprecht über Tabu Themen!!!

Da in unserer Gesellschaft das Thema Tod und Sterben soweit es geht ausgeblendet wird, wird auch im privaten Umfeld kaum darüber gesprochen. Wenn dann jemand im Sterben liegt, oder trauert ist die Überwindung groß sich dem zu stellen. Wenn ich dann nachfrage woher diese Angst kommt ist die Antwort meist „Wir haben nie über so etwas gesprochen“, oder „Ich weiß nicht ob derjenige wöllte dass ich zu ihm gehe“. Meine Erfahrung ist, wenn wir mit unserer Familie und unseren Freunden schon vorher darüber sprechen könnten, würden schon viele Barrieren fallen. Wir wüssten wie diese Person darüber denkt, was sie sich vielleicht wünschen könnte. Mir ist bewusst, dass nach einem Schock wieder alles ganz anders sein kann. Dennoch fällt es den anderen leichter auf den Trauernden zuzugehen, wenn vorher darüber gesprochen wurde. Dies ist meine Erfahrung.

Dazu kommt das Thema:

Hilflosigkeit

Es gibt Menschen die wurden mit dem Thema Tod und Trauer noch nie oder nur sehr wenig konfrontiert. Umso größer die Angst etwas falsch zu machen und etwas Unpassendes auszusprechen. Zu groß ist die Angst den verzweifelten Menschen in die Augen zu sehen und einfach die Stille auszuhalten.

adult-2178209_1920

Es kann auch sein dasdiese Person selbst etwas Unverarbeitetes mit sich herum trägt (bewusst oder unbewusst) und es im Trauernden wieder sieht. Es könnte alte Wunden wieder aufreißen. Deshalb reagieren sie mit Selbstschutz.

Ich habe mal eine Dame begleitet die sehr eitel war, und viel auf ihr Aussehen achtete. Sie wollte nicht dass Freunde und Bekannte kamen und sie in dieser „Verfassung“ sahen. Das wussten aber alle von ihr und jeder hielt sich dran. Sie bekam liebevolle Karten zugeschickt und fand darin ihren Trost. Als sie dann soweit war, ging sie auf ihre Freunde zu und sprach mit ihnen über ihren schweren Verlust. Auch das darf sein. Äußert eure Wünsche und scheut euch nicht auch mal ein Tabu Thema aufzugreifen.

Ich selbst habe viel mit Freunden über Verluste, und Trauer gesprochen. Ich habe von ihnen erfahren was das Thema Tod mit ihnen macht, woran sie glauben und was sie sich zu dem jetzigen Zeitpunkt in ihrer Trauer wünschen würden. Es war faszinierend zu sehen wie unterschiedlich dieses Thema gesehen und gelebt wird. Umso wichtiger, dass ich das jetzt von meinen Freunden weiß.

Und ich kann jedem empfehlen mit seinen Lieben ganz offen und ehrlich über dieses Thema zu sprechen, denn wenn es mal so weit ist, dass es einen betrifft fehlen oft die Worte und Rückzug ist für viele der einzige Ausweg aus der Angst nicht genug darüber zu wissen. Dazu möchte ich auch sagen, für einen Verlust gibt es keinen Trost. Die Trauernden wünschen sich keine schönen Worte, keine allgemeinen Floskeln. Sie wünschen sich Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Und wenn du keine Worte hast, dann sei einfach da!

Habe keine Angst auf einen Trauernden zuzugehen. Sie wollen gesehen und gehört werden. Er/ Sie wird es dir sehr danken.road-2254580_1920

 „Es gibt im Leben für alles eine Zeit, eine Zeit der Freude, der Stille, der Trauer und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.“ (Verfasser unbekannt)

Alles Liebe & Liebe dein Leben,

Isabel