7 Tipps wie man ein sehr persönliches Begräbnis gestalten kann

Die Bestattungskultur in Österreich befindet sich gerade im Wandel und immer mehr Bestatterinnen und Bestatter gehen offen auf die Wünsche der Verstorbenen – sofern sie eine Niederschrift ihrer Wünsche hinterlassen haben – oder der Angehörigen ein.

Ein sehr persönliches Begräbnis zu gestalten erfordert viel Feingefühl und eine genaue Planung. Die Zeiten von kalten, mit wenig Liebe gestalteten Aufbahrungshallen, die mit einem unbekannten Organisten oder einer unbekannten Organistin oder einem CD-Player beschallt werden, sind vorbei.
Das Leben der Verstorbenen noch einmal Revue passieren zu lassen, mit Fotos oder einem Video und Geschichten oder Anekdoten aus dem Leben der Verstorbenen ist ein gängiger Brauch. Früher wurden Begräbnisse hauptsächlich von Priestern/Pfarren gestaltet, heutzutage übernehmen das teilweise Nachrufsprecherinnen/Nachrufsprecher oder Familienmitglieder.

Beim Begräbnis meiner Großmutter haben mein Bruder und ich diese Rolle übernommen und unsere Kindheitserinnerungen neben dem Sarg meiner Großmutter mit der Trauergemeinde geteilt. Das waren sehr emotionale und berührende Momente, die mir für immer als gute Erinnerung an ihre Verabschiedungsfeier im Gedächtnis bleiben werden.

Eine freie und kreative Gestaltung von Verabschiedungsfeiern wird von immer mehr Hinterbliebenen gerne in Anspruch genommen.
1) Aufbahrungshallen können mit Stoffen, Kerzen und Blumen in allen Varianten liebevoll
gestaltet werden.

2) Särge können individuell verziert werden, sei es mit bunten Handabdrücken der
Hinterbliebenen, oder sie werden mit den verschiedensten Motiven bemalt. Auch Bezüge aus Stoff (Material soll ohne Probleme verbrannt werden können bei einer Feuerbestattung) sind erlaubt und auch damit lassen sich Särge wunderschön und einzigartig gestalten.

3) Auch Urnen können individuell gestaltet werden, hier gibt es nur bei den Naturbestattungen gewisse Vorgaben.

4) Der Blumenschmuck muss sich nicht nur auf das Sarggesteck und die Kränze und Buketts beschränken, es können auch rund um den Sarg und vor dem Sarg Blumen gestreut werden.

Auch bei der Gestaltung der Kränze ist der Kreativität keine Grenze gesetzt, so kann man z.B. bei einem begeisterten Kartenspieler die Schnaps- oder Jolly-Karten in den Kranz einarbeiten.

5) Die musikalische Gestaltung erfolgt entweder von Musikerinnen und Musikern, die mit der jeweiligen Bestattung zusammenarbeiten, vom eigenen Streichorchester bis zu Hardrock kann und darf alles gespielt werden. Oft musizieren Familienmitglieder oder eingeladene Musikerinnen und Musiker. Auch wenn die Musikwünsche noch so unpassend oder ungewöhnlich erscheinen, trauen Sie sich!

6) Die Trauergäste können und dürfen bunt gekleidet sein, oder eine beliebige Kleiderfarbe wählen, die vielleicht im Leben des Verstorbenen eine wichtige Rolle gespielt hat.
Begräbnisse sind Abschiedsfeiern von Menschen, die ihr Leben mit gewissen Vorlieben und Eigenheiten gelebt haben und diese sollten auch bei einer Verabschiedung nicht fehlen.

7) Liebenswerte Gewohnheiten des/der Verstorbenen
Wenn der/die Verstorbene z.B. gerne ein Stamperl Schnaps getrunken hat, dann kann auch
der Priester/Trauerredner, die Trauerrednerin in seiner/ihrer Nachrufrede darauf eingehen und auf Wunsch gemeinsam mit den Angehörigen ein Stamperl heben und dem einen oder anderen Familienmitglied ein Lächeln entlocken, wenn sie liebevoll an ihren/ihre Verstorbene denken.

Das allerwichtigste: Es ist schon zu Lebzeiten wichtig innerhalb der Familie und dem Freundeskreis darüber zu sprechen, damit Hinterbliebene im Todesfall die richtigen Vorbereitungen für eine schöne und authentische Verabschiedungsfeier treffen können.

Gastbeitrag von Sabine List ♥
Sabine List ist zertifizierte Leben-Sterbe- und Trauerbegleiterin und setzt sich bereits seit mehreren Jahren intensiv mit den Themen Sterben, Tod und Trauerbegleitung auseinander. So konnte sie bis dato ein großes Netzwerk an Kontakten, Organisationen, Unternehmen und Menschen aufbauen, die sich tagtäglich der Aufgabe stellen, Menschen und Hinterbliebenen Abschied und Trauer ein Stück
leichter zu machen.

Sie organisiert die Publikumsmesse SEELENFRIEDEN, die am 7.+8. März 2020 in
Wien, mit über 30 AusstellerInnen und einem umfangreichen Vortragsprogramm, stattfinden wird.

www.messe-seelenfrieden.at

Foto (C) Joe Vigerl

Sarg von Sargladen – Alfred Opiolka