3 Wege deiner Angst zu begegnen

Heute möchte ich dir erzählen wie ich früher meine Ängste überwunden habe.

Vor einigen Wochen hatte ich mir eine „Auszeit“ gegönnt was Medien betrifft, um mal ganz in mich zu gehen. Es war äußerlich gesehen eine sehr ruhige Zeit, aber innerlich tobte es. Einige alter Themen flackerten auf, und ganz besonders wurde mir bewusst, wie sehr (meist unbegründete) Ängste lähmen können.

Daher beschloss ich, mich ganz bewusst meinen Ängsten zu stellen. Und so begann ich jeden Tag etwas zu tun, wovor ich mich fürchtete. Es waren keine allzu großen Dinge, und dennoch kostete es mich sehr viel Überwindung. Schon bald erkannte ich auch das Muster dahinter.

Angst ist ein wichtiges Gefühl, es kann zum einen vor Gefahren warnen, aber es ermöglicht auch ein bewusstes ansehen meiner Themen. Wovor hab ich Angst? Warum ist diese Angst da? Seit wann? Oder ist es gar die Angst vor der Angst?

Wenn wir uns aber nicht bewusst mit den Ängsten auseinandersetzen, sondern sie nur beiseiteschieben, werden sie uns irgendwann lähmen.

Erkenne deine Ängste, aber lasse dich nicht von ihnen beherrschen. Erlebe es vielmehr als eine Reise zu dir selbst.

Zu mir kommen Menschen die Angst vor dem Tod haben, aber die meisten fürchten nicht den Tod sondern das Leben selbst. Sie gehen mit angezogener Handbremse durchs Leben, und vermissen die Leichtigkeit, die Lebensfreude und die Lust und Neugier auf Neues.

Was ist dein größter Wunsch? Und was ist deine größte Angst? Schreib es dir auf. Ich bin mir sicher, dass diese zwei Dinge unmittelbar miteinander verbunden sind. Denn Angst steht meist zwischen dir und dem was du dir sehnlichst wünschst.

Früher hatte ich oft Klienten die sich eine Partnerschaft wünschten, und im Gespräch zeigte sich meist, dass sie sehr große Angst davor hatten verletzt und verlassen zu werden. Hier setzt das Selbstsabotage Programm ein, und „schützt“ einen unbewusst vor Verletzung.

Eine Klientin die sich ein Kind mit ihrem Partner wünschte, und seit Jahren nicht schwanger wurde, erkannte dass sie ihre Freiheiten gar nicht aufgeben wollte. Sie mochte ihr Aussehen, und der Gedanke daran, dass sich etwas verändern könnte war ihr auch nicht ganz geheuer. Insgesamt eine sehr furchteinflößende Situation für sie. Und erst als sie annehmen konnte, dass es tatsächlich so kommen könnte, klappte es bei ihnen auch.

Der Deutsche Sterbe und Trauerforscher Bernard Jakoby schrieb in einem seiner Bücher: „Es erstaunt wenig, dass ungefähr die Hälfte der deutschen Bevölkerung unter Angststörungen oder Panikattacken leidet. Die Angst vor dem Tod wird als Mutter aller Ängste bezeichnet. Das verdrängen der eigenen Sterblichkeit führt immer nur zu neuen Ängsten. Angstfreiheit ist verbunden mit der Erfahrung ein ewiges Wesen zu sein“

Deshalb ist das ein wichtiger Punkt in meinen Lebensbegleitungen. Das Auseinandersetzen mit dem persönlichen Tod und das Aussöhnen mit der eigenen Endlichkeit. Die Angst vor dem Tod ist allgegenwärtig, und beeinflusst die Lebensfreude vieler Menschen, meist unbewusst. Diese Ängste, auch wenn sie unbewusst sind, hindern uns daran uns voll und ganz dem Leben hinzugeben.

3 Wege deiner Angst zu begegnen:

  1. Gehe durch deine Angst hindurch

Konfrontiere dich bewusst mit deinen Ängsten, alleine dadurch werden sie schon an Energie und Macht verlieren. Auf dem Weg zu meiner Berufung brauchte ich sehr oft Mut. Und jedes Mal wenn ich mich einer Herausforderung gestellt habe, wurde ungeheuer viel Energie frei die mich weiter brachte, mich bestärkte und an der ich wachsen konnte. Vor kurzem wurde ich in ein Interview eingeladen für einen Kongress. Es war mir sehr wichtig teilzunehmen, die Angst davor war mindestens genauso groß. Meine Unsicherheit spürte man auch etwas, dennoch war ich froh und stolz mich getraut zu haben. Habe den Mut über deinen eigenen Schatten zu springen…  Es lohnt sich!

  1. Lösung für alle Fälle

Wenn ich etwas wirklich von Herzen wollte, und spürte das dieser Weg für mich stimmig ist, ich aber dennoch etwas Angst verspürte die mich daran hinderten meiner Intuition zu folgen, habe ich folgendes gemacht.

Ich  habe mir in solchen Situationen das Allerschlimmste vorgestellt was meiner Meinung nach passieren könnte, und mir dazu schon eine Lösung parat gelegt. Danach stellte sich sofort Leichtigkeit ein, denn ich wusste was ich tun könnte wenn… Der Fall, dass ich eine dieser Lösung brauchte trat nie ein, denn wir Menschen sind sehr fantasiereich wenn es um Probleme geht 😉

  1. Das Unbekannte Bekannt machen

Die Furcht vor dem Unbekannten ist das was ich bei Menschen am meisten beobachte. Im Leben so wie im Sterben. Mache das Unbekannte zu etwas vertrautem und gehe mit kindlicher Neugierde und Freude daran. Beginne damit, dass du jede Woche etwas tust, was du noch nie getan hast Z.b. Einen Fremden ansprechen, jemandem etwas vorsingen, dem Chef widersprechen wenn etwas unstimmig ist, Nein sagen ohne dich dafür zu rechtfertigen, einem Unbekannten ein ehrlich gemeintes Kompliment machen…

Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und schon bald wirst du spüren wie befreiend und beglückend es ist sich mal aus der Komfortzone raus zu bewegen!

Wenn es sich bei dir um eine starke Ausprägung von Angst oder gar Panikattacken handelt, ist es ratsam sich professionelle Hilfe zu suchen!

Ängste dürfen sein, aber lasse sie nie unreflektiert. Stelle dich ihnen, hinterfrage sie, löse sie in Liebe auf. Lass dir dadurch nie deine Lebensfreude und Leichtigkeit nehmen.

Alles Liebe & Liebe dein Leben,

Isabel